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Anna
Lukas
Tobias

Traupredigt von Thomas & Kathrin

vom 18. 09. 2004 in St. Bartholomäus Alfeld

Liebe Kathrin, lieber Thomas, liebe Festgemeinde!
Endlich ist es soweit. Der große Tag eurer Hochzeit ist da. Über ein halbes Jahr lang habt ihr diesen Tag fieberhaft und spitzenmanagergleich vorbereitet: Ihr habt eingekauft, organisiert, gebastelt, ersteigert, persönlich eingeladen, damit es für euch und für eure Verwandten und Freunde ein unvergessliches Fest wird. Denn So einen Tag, so ein Ereignis feiert man nicht allein. Nein, ihr feiert diese Hochzeit zusammen mit all euren Verwandten, Freunden und Weggefährten. Ihr wisst, hätte es sie nicht gegeben mit all ihrer Fürsorge, Liebe und Vertrauen, stündet ihr heute nicht vor dem Traualtar. Alle, die hier sind haben euch viel mitgegeben für euer zukünftiges gemeinsames eheliches Leben. Dankbar seid ihr auch Gott, der euch beschützt und begleitet hat, der euch bis hierher gebracht hat und euch weiterbegleiten wird. Dankbar seid ihr auch Gott, denn ihr glaubt fest daran, dass Gott es war, der euch zusammengeführt hat. Er hat die Liebe füreinander in euch geweckt. Aus dieser festen Überzeugung heraus wollt ihr heute vor Gott euch das Ja-Wort geben, in der Hoffnung, dass er euch in Zukunft auch in eurer Beziehung begleiten, stützen und beschirmen will.
Für diesen zukünftigen, gemeinsamen Weg in ein noch unentdecktes Land habt ihr euch den Zuspruch eines Psalmbeters ausgesucht. Dieser Zuspruch will euer Leitbild, euer Ansporn und euer Trost für eure Partnerschaft sein. Er findet sich im Alten Testament, im 91. Psalm:
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“
Worte eines Menschen, der Gottes mächtigen und lebendigen Schutz erfahren hat. Worte, die euch Mut machen wollen, für euren Weg in ein neues noch unentdecktes Land eurer Ehe. Worte, die Zuversicht stiften. Worte, die auch aus einem unentdeckten Land, eine Heimat werden lassen. Heimat unter dem schützenden Schirm Gottes. Heimat die gestaltet und gelebt werden will, Heimat die Geborgenheit verspricht. Diese Heimat nenne ich heute Beziehungsheimat. Beziehungsheimat unter dem Schirm Gottes. Lasst uns gemeinsam dem eindrücklichen und faszinierenden Bild von Gottes schützenden Schirm etwas näher nach gehen, den schützenden Schirm Gottes in den Blick nehmen: Aufspannen des Schirms und in der Hand halten! Ein Schirm kann mir – wenn er aufgespannt ist – in vielen Situationen Schutz gewähren: Wenn es regnet, hagelt, stürmt oder schneit, bin ich nicht schutzlos den Naturgewalten ausgeliefert. Sonnenschirme können mich auch vor den sengenden Strahlen der Sonne schützen. Unter dem aufgespannten Dach eines Schirms kann ich mich trotzdem frei bewegen, gehen, wohin ich will. Unter dem Schutz des Schirms kann ich, obwohl es regnet, meine Umwelt und meine Mitmenschen wahrnehmen. Wenn ich einen Schirm bei mir habe, fühle ich mich sicherer und bin nicht mehr den Wechselfällen, den Zufällen des Wetters schutzlos ausgeliefert.
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“
Unter Gottes schützenden Schirm, gestaltet und lebt ihr zu zweit nein, als Familie eure Beziehungsheimat. Mit diesem Schirm könnt ihr geschützt, wie durch eine Burg, manchen Lebensturm trotzen. Wie könnte diese Beziehungsheimat unter dem Schirm Gottes für euch persönlich aussehen? - Ihr unterhaltet euch über eure Sehnsüchte und Bedürfnisse und lebt diese - Ihr werft Teller und Tassen an die Wand und ihr versöhnt euch. - Ihr sorgt dafür, dass Tobias ein oder mehrere Geschwisterchen bekommt - Ihr setzt euch Ziele und macht euch auf den Weg. - Ihr lacht, weint und feiert zusammen. - Ihr geht euren Hobbys nach - Ihr spielt mit Tobias, ihr lest ihm etwas vor - Ihr schaut euch das Club-Auswärtsspiel zusammen an. - Ihr schätzt euch gegenseitig in all euren Stärken und Schwächen - Ihr organisiert euren Haushalt, euren Alltag. - Ihr lebt, liebt, glaubt und hofft. Das alles hat unter diesem Lebensschirm Platz, das Hohe und das Tiefe, die Freude und die Trauer, das Alltägliche und das Besondere. Überall ist Gott als trotzige Burg und als schützender Schirm mit dabei.
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“
Diese Zusage, diese Verheißung Gottes macht uns Zuversichtlich und Hoffnungsfroh, dass er uns in allen Herausforderungen unseres Lebens begleitet. Auch wenn es manchmal hoffnungslos erscheint, wenn wir mit unseren Kräften nicht mehr weiter kommen, unsere Batterien ausgebrannt sind, dann ist Gott da, als schützender Schirm und als heimatgebende Burg, die den Stürmen und Lebens trotzt.
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“
Ich habe versucht dieses eindrückliche und mutmachende Psalmwort auf euere ganz persönliche Situation umzuschreiben, umzudichten. So könnte dieser persönliche Psalm für euch aussehen, ich lege euch die Worte des umgeschriebenen Psalms in den Mund: Ich und Du, du und ich, unentdeckt und doch geliebt, wir lachen, wir leben, wir lieben, wir hoffen, wir vertrauen, gemeinsam Gott dem Allmächtigen gegenwärtig, zukünftig Er schützt uns wie ein Schirm Du Gott, Schirm des Lebens Immer Da wenn wir lachen Immer Da wenn wir streiten Immer Da Wenn wir in den Katastrophen der Welt unterzugehen drohen Immer Da Wenn wir uns über Tobias freuen Immer Da Wenn wir uns über Tobias Sorgen machen Immer Da wenn wir uns lieben Immer Da Das macht uns zuversichtlich und hoffnungsfroh. Unsere Zukunft liegt in Gottes Hand. Soweit der umgedichtete Psalm. Liebe Kathrin, lieber Thomas und lieber Tobias, fühlt euch gewappnet, umhüllt und beschirmt von Gottes liebender und ewiger Begleitung, bis ihr grau werdet, die Haare ausfallen und eure Zähne im Bad übernachten müssen. Aber. Benützt auch Gottes Schirm, nehmt ihn immer wieder zur Hand und erinnert euch an eurer gegenseitiges Versprechen und an Gottes Zusage für euer gemeinsames eheliches und familiäres Leben:
„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“
AMEN